Darstellung des afriCult und Umfeldes

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Unsere Forschung hat bestätigt, dass viele Afrika feste in Österreich Fuß gefasst, doch nur wenige wie immer bieten die Möglichkeit, sich über Musik, Tanz oder Kunsthandwerk weiter zu informieren.

afriFestival und afridialog sind deshalb ein Treffpunkt für jene, die etwas mehr über europäisch-afrikanische Beziehungen wissen möchten. Ein Vorzug diesem Festival liegt darin, dass sehr viele Afrikanerinnen der ersten und zweiten Generation sich mit einbringen und somit authentische Erfahrungen und Wahrnehmungen weitergegeben werden können. In den Vorträgen, Diskussionen und Workshops treffen somit sehr viele unterschiedliche Standpunkte auf einander, was aktive Kommunikationsprozesse und lebhafte Diskussionen ermöglicht und den Besucherinnen ein Nachdenken über ihre eigenen Meinungen förmlich aufdrängt. Die Themen beziehen sich erstens natürlich auf Afrika, zweitens auf Österreich (Situation der Afrikanerinnen in Österreich, konkrete Projekte in der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit) und drittens auf internationale Zusammenhänge (Wahrheits- und Versöhnungskommission).

Im Jahr 2010 steht neben einem Diskussionsabend, welcher den in Österreich lebenden Afrikanerinnen gewidmet ist, weiteres sind die Themen „In Schatten des Deutschkurses und Hilfe zur Selbsthilfe“ an der Spitze weil es herrscht bei vielen Österreicherinnen und Ausländern die in Österreich leben eine Gleichgültigkeit in Bezug auf die Situation ärmerer Länder in Afrika vor. Wenn man sich nicht besonders für das Geschehen im entwicklungspolitischen Bereich interessiert, kann der Eindruck entstehen, in einer wohlhabenden Gesellschaft zu leben, die von den Problemen der Entwicklungsländer nur entfernt berührt wird. Nach dem Prinzip „Natürlich gibt es auch in Österreich Probleme wie Arbeitslosigkeit und Armut, warum sollte man sich dann noch über dies mit den Problemen anderer Gesellschaften befassen?“ wird oft vergessen, dass auch wir an deren Problemen beteiligt waren und sind.

Ein erweitertes Denkfeld in einer globalisierten Welt zu schaffen und nicht mehr in den engen Grenzen von Nationalstaaten zu denken ist unser Ziel. Österreicherinnen sollen in ihrer Bewusstseinsbildung, Lern- und Handlungsfähigkeit bestärkt werden. Afrikanerinnen können davon profitieren, dass ihre Situation und Denkweise von anderen verstanden wird und somit die Basis für Solidarität gelegt wird.

Solidarität und Verständnis sind für alle, die in Österreich leben, wünschenswert und können in ihrem Alltag auch umgesetzt werden. Die Tatsache, dass sich unsere Besucherinnen bei afriFestival und afriDialog ein realistischeres und positiveres Bild von in Österreich lebenden Afrikanerinnen machen können, ist schon ein guter Schritt vorwärts. Sie entwickeln damit eine kritischere Sicht auf überall anzutreffende fremdenfeindliche Aussagen, helfen aber auch den Afrikanerinnen in ihrem Selbstwertgefühl und Empowerment. Afrikanerinnen dürfen stolz sein auf sich, auf ihre Kulturen, Sprachen und ihr Wissen und konnten die Österreich Kultur befassen aber müssen nicht durch die österreichische Kultur assimiliert werden um eine Daseinsberechtigung zu erlangen.


Wir hoffen, mit dem Festival 2010 wieder neue Besucherinnen anzusprechen und ihnen einen schönen Diskussionsabend zu bieten, bei dem sie sich informieren, austauschen und vernetzen können. Vielleicht können wir bei manchen auch einen Funken zünden, der zu einem Grundstein für eine offenere und tolerantere Zukunft wird.